Bei der Versammlung des Komittees der UNO über Antibiotikaresistenzen kam es wieder zu scharfen Debatten. Vor allem unter den Ländern Norwegen, Liechtenstein, Rumänien und Schweden kam es zu einigen Unstimmigkeiten.
Patentrechte – Die ultimative Lösung Liechtensteins?
Die Delegation Liechtensteins sieht die größten Probleme hauptsächlich bei dem unbedachten und übermäßigen Einsatz von Antibiotika. Als Lösungsvorschlag schlug die Delegation eine Einführung von Patentrechten auf häufig eingesetzte Behandlungsmöglichkeiten vor. Norwegen und Rumänien hingegen bekritteln diesen Ansatz scharf. Sie sprechen sich eher für die Umsetzung eines klar geregelten Impfsystems aus. Dieses solle den Körper darauf trainieren Bakterien schon frühzeitig abzustoßen, sodass eine Infektion vermieden werden kann.
Außerdem sehen die Delegationen kleinerer Staaten und Inselstaaten Probleme in der Umsetzung von qualitativer Forschung und Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe. Es scheitere hier an finanziellen Mitteln. Vor allem Staaten wie St. Lucia und Mikronesien wären auf internationale Hilfe angewiesen. Es wäre eine humanitäre Katastrophe, wenn ein bakterieller Ausbruch mit resistenten Keimen auf den Inseln geschehe.
Mehrere Staaten betonen, dass es bei der Diskussion um Antibiotikaresistenzen um den Verlust von rund 100 Jahren Forschung in der Medizin geht, sollten sie sich nicht bald auf eine gemeinsame Lösung einigen können. Jedoch haben manche Staaten bereits erste Maßnahmen ergriffen. Beispielsweise erwähnt die mongolische Delegation, dass die Mongolei den größten Antibiotikaverbraucher weltweit seit 2020 darstelle, sie jedoch im selben Jahr eine Reform eingeführt habe, um dem entgegen zu wirken. Auch Norwegen geht mit gutem Beispiel voran. Das skandinavische Land hat ein Arzneimittelregister eingeführt, welches sämtliche Ausgaben darstellt. Dies soll die Überwachung des Antibiotikaverbrauchs erleichtern.
Viehzucht als Hauptproblemfaktor identifiziert
Ebenfalls einen großen Problemfaktor stellt der Einsatz von Antibiotikum in der Tierhaltung dar. Die rumänische Delegation möchte hier besonders die mangelnde Hygiene in Ställen und auf Bauernhöfen aufzeigen. „Wir fordern ein staatlich unabhängiges Organ zur Überwachung der Hygiene auf Landwirtschaftsbetrieben. Dies würde zwar zu einem Anstieg des Lebensmittelpreises führen, man könnte dies jedoch wiederum mit der verbesserten Qualität rechtfertigen“, so die Delegation Rumäniens.
Nach dem derzeitigen Stand der Verhandlungen wurde noch keine einstimmige Lösung der Staaten identifiziert.