
Am 12., 13. und 14. Februar 2025 befasste sich Komitee 9 mit dem Thema „Fast Fashion – Wie viel ist dein Outfit wert?“ und diskutierte über Maßnahmen zur Stärkung der Nachhaltigkeit in der Textilindustrie sowie zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen von Fast-Fashion.
Nach den Eröffnungsreden der 20 Delegierten wurde schnell deutlich, wie dringend Veränderungen in diesem Bereich notwendig sind. Besonders die Teilnahme von Staaten wie St. Kitts und Nevis, die massiv unter den negativen Folgen der Fast-Fashion-Industrie leiden, verdeutlichte die Dringlichkeit der Problematik. Auch der Internationale Genossenschaftsbund (IGB) betonte die prekären Arbeitsbedingungen, die durch diese Industrie entstehen. Gleichzeitig stellte sich das Komitee der Herausforderung, den Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Nachhaltigkeit zu lösen – insbesondere in Ländern wie Albanien, in denen die Textilbranche eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielt. Hier galt es, die sozialen und ökologischen Folgen abzuwägen: Einerseits droht Arbeitslosigkeit, andererseits verursacht die Industrie erhebliche Umwelt- und Menschenrechtsprobleme.
Die ersten Lösungsansätze ließen nicht lange auf sich warten. Vorgeschlagene Maßnahmen umfassten unter anderem die Einführung von Ratings, verstärkte Konsumentenaufklärung und strengere Importkontrollen. Diese sollen der mangelnden Nachhaltigkeit, der weitgehend straffreien Ausbeutung von Arbeitskräften in Produktionsländern und der unzureichenden Information der Verbraucherinnen und Verbraucher entgegenwirken. Zudem wurde über die Erhöhung kollektiver Tarifverträge diskutiert, wobei eine flexible Lösung durch prozentuale Anpassungen gefunden werden sollte.

Mit zunehmender Diskussionsdauer rückten weitere Details in den Fokus. Besonders die gesundheitlichen Belastungen der Arbeiterinnen und Arbeiter, etwa durch den Umgang mit gesundheitsschädlichen Chemikalien in Produktionsstätten, wurden intensiv thematisiert. Zudem wurde erkannt, dass die schlechten Arbeitsbedingungen oftmals auf fehlende oder unzureichende Arbeitnehmerrechte in den jeweiligen Ländern zurückzuführen sind. Gleichzeitig wurde betont, dass die Hauptverantwortung nicht allein bei den Produktionsländern, sondern insbesondere bei den internationalen Konzernen liegt.

Die Debatte im Komitee 9 zeigte eindrucksvoll, dass eine nachhaltige Lösung für die Fast-Fashion-Problematik sowohl wirtschaftliche als auch soziale Aspekte berücksichtigen muss. Die Mitglieder des Komitees arbeiteten engagiert an möglichen Maßnahmen, um langfristig bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Umweltbelastung zu reduzieren und Verbraucherinnen und Verbraucher für die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen zu sensibilisieren.
Diese eindrucksvollen Debatten mündeten in einer interessanten und innovativen, einstimmig akzeptierten Resolution, die als zentralen Punkt die Einführung eines „Fast Fashion Monitoring Councils“ (FFMC) innerhalb der ILO beinhaltete, um den stetigen Schutz der Arbeiterrechte und die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien zu garantieren. Zuletzt einigte sich das Komitee einvernehmlich auf die Wichtigkeit der Aufklärung über Umweltschutz und Menschenrechte.